Iaido Landeslehrgang II 2023 in Coburg

(Von Randolf)

Am Wochenende 03./04. Juni 2023 fand der zweite Iaido Landeslehrgang 2023 des Bayrischer Iaido-Bund e.V. in Coburg statt. Mit dabei waren am Samstag, mit Dinah und mir, auch zwei Iaidoka des Taidokan.

Unter der Leitung von Rudi Müller (7. Dan Iaido kyoshi), übten die Iaidoka am Samstag in Kleingruppen unterschiedlicher Graduierung einhändige Schnitttechniken. Auch unter Zuhilfenahme von Utensilien wie „Teufelsgesichtern“ auf Papier.

Zum Trainingsende hin konnten die Teilnehmer die 12 ZNKR Techniken vor den höher Graduierten Iaidoka vorführen und bekamen direkt ein kurzes Feedback mit Verbesserungsvorschlägen.

Am Samstagabend fand dann die Prüfung zum ikkyu statt. Herzlichen Glückwunsch noch einmal an dieser Stelle an alle erfolgreichen Absolventen der Prüfung.

Im Anschluss an einen Grillabend fand dann die jährliche Sitzung des Bayerischen Iaido-Bundes statt. Hier wurde aus den verschiedenen Bereichen berichtet und über bestimmte Themen abgestimmt. Hierzu waren aus den einzelnen Mitgliedsvereinen die Vertreter und Delegierten anwesend.

Vielen Dank an alle Sensei, die uns am Samstag angeleitet haben und an den Ausrichter des Lehrgangs, den TSV Scheuerfeld 1900 e.V.!

Juni 2023 – Taikai Hontai Yoshin Ryu in Helsinki (Finnland)

Drei Tage internationales Treffen mit Inoue Kyoichi Soke, Stelvio Sciutto Sensei, unseren Freunden der HYR-Family, und viel Übung! Außerdem beglückwünschen wir drei Prüflinge. Ein tolles Team und ein guter Schritt für unser Dojo – herzlichen Glückwunsch!

von links: Randolf Sander (Shodan), Holger Engelbrecht (Nidan), Michael Ziebis (Yondan), Michael Wagner.
Teilnehmer Taikai 2023 in Helsinki

Iaido Bundeslehrgang I in Düsseldorf

In diesem Jahr fand der erste Iaido Bundeslehrgang am 29./30. April in Düsseldorf statt. Mit dabei aus unserem Dojo waren Michael Ziebis und ich, beide etwas gesundheitlich angeschlagen, aber hoch motiviert. Am Samstag wurden wir von Andrea Röder (Renshi, 6. Dan) und André zum Bruch (Renshi, 6. Dan) unterrichtet. Geübt wurden die ZNKR Techniken, die am Abend zur Prüfung dran kommen sollten. Da nicht Mae, wie sonst oft üblich, sondern Ushiro die erste Prüfungsform für die Prüflinge zum Shodan und Nidan sein sollte, wurde extra geübt, wie wir vom Angrüßen zu Ushiro kommen. Die Gruppe der Shodan-Aspiranten war recht groß, daher wurde die gesamte Zeit am Samstag für die Prüfungsvorbereitung genutzt. Auch endete das Training etwas eher als geplant, damit für die Prüfungen genügend Zeit war.

Es traten dann 12 Iaidoka zum Shodan, vier zum Nidan, einer zum Sandan und zwei zum Yondan an. Alle zeigten, was sie in den letzten Monaten und Jahren geübt hatten, so gut es ihnen an diesem Tag möglich war. Im Anschluss an die Prüfungen wurden die Ergebnisse verkündet und die Urkunden verteilt. Bis auf einen Prüfling konnten alle die Prüfer mit ihren Leistungen überzeugen. Die Schlussworte nach der Prüfung waren: „Nach der Prüfung ist vor der Prüfung“. Und speziell für die neuen Shodan: „Ein Jahr geht schneller vorbei als ihr denkt“.

Vielen Dank an unsere Lehrer im Taidokan für die Vorbereitung zur Shodan-Prüfung!

Am Sonntag standen wahlweise Koryu kata oder ZNKR kata auf dem Programm. Wir beide entschieden uns für ZNKR kata und übten bei Rudi Müller (Kyoshi, 7. Dan). alle übrigen Formen, die nicht am Samstag zur Prüfung für uns dran kamen. Außerdem haben wir einen Einblick in eine längere Schwertform (wohl aus dem Aikido) erhalten und haben die Standvarianten der ersten vier ZNKR Formen kennengelernt.

Vielen Dank an alle Sensei, die uns am Wochenende unterrichtet haben und an den Hakushinkai Düsseldorf e. V. für die Ausrichtung des BLG I 2023!

Freizeit

Sonntagsausflug nach Berlin ins Samuraimuseum

Das Kirschblütenfest (Hanami) 2023

Die Kampfkunst, die wir in unserem Dojo trainieren, hat ihre Wurzeln in Japan. Deshalb feiern wir auch gemeinsam das traditionell japanische Kirschblütenfest Hanami.

Dafür warten wir, bis auch bei uns in Deutschland die Kirschblüten blühen. Das passiert meistens im April oder Mai.

Kleiner Exkurs:

In Japan ist es teilweise deutlich früher soweit. Durch die langgezogene Form der japanischen Inselwelt findet die Kirschblüte jedoch nicht überall am gleichen Tag statt – in Okinawa kann man beispielsweise schon gegen Ende Januar die Kirschblüten bewundern, auf Hokkaido blühen sie meist erst Ende April oder in den ersten Mai-Tagen. Was ich total spannend finde: Es gibt sogar jedes Jahr Fernsehberichte und Karten, die für jede Region den Beginn und den Höhepunkt der Kirschblüte anzeigen, sodass alle Japaner wissen, wann in ihrer Gegend die schönsten Kirschblüten zu sehen sind. (Ein schöner Beitrag dazu hinter dem Link.)

Mit freundlicher Genehmigung des BUND Naturschutzes konnten wir in diesem Jahr am 1. Mai die Blüten auf der Kirschwiese bei Mistelgau bestaunen und dort gemeinsam picknicken.

Erfolge

Zwei neue Shodan in Iaido: Dinah Kretschmer und Michael Ziebis.

Und ein großer Schritt für unser Dojo: Michael Wagner erhält die Shoden-Lizenz in Hontai Yoshin Ryu. Eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Ganbatte!

 

vorne von links: Dinah Kretschmer, Michael Wagner, Michael Ziebis

Teilnahme an der Deutschen Iaido Meisterschaft 2023

 

Hajime – Hantei!

Zwischen diesen zwei vom Wettkampfleiter ausgesprochenen Wörtern liegt die Kata-Folge, die beide Wettkämpfer absolvieren, die sich an der roten bzw. weißen Startlinie positioniert haben.

EINZELWETTKAMPF

Man unterscheidet Pool-Runde und K.O.-Runde.

In der Pool-Runde stehen maximal 4 Minuten zur Verfügung. Hajime ist der Start zum Angrüßen, es folgen drei kurz zuvor bekannt gegebene Kata des ZNKR Iaido und das Abgrüßen. Stehen beide Iaidoka wieder in der Grundstellung (teito shisei), ruft der Wettkampfleiter „Hantei“ und ruft damit die Juroren zu einer Bewertung auf. Umgehend heben die drei Wettkampfrichter die Fahnen (ohne Absprache) und signalisieren damit ihre Bewertung. Rot oder Weiß – wie die Startlinie und die Umrandung des Shiai-Jo (Wettkampffeldes, 3 x 7m). „Shobu Ari“ (eine Entscheidung ist gefallen). Die Wettkämpfer nehmen die Entscheidung an, machen drei Schritte rückwärts, wenden und geben den Weg für den folgenden Iaidoka frei.

Unterteilt wird beim Einzelwettkampf in Graduierung, also Mudan (kein Dan), Shodan (1. Dan) etc. Der Vergleich erfolgt innerhalb der Graduierung nach den Bewertungsrichtlinien des ZNKR.

In der K.O.-Runde werden bis einschließlich 3.Dan jeweils 5 Kata des ZNKR Iaido gezeigt. Ab dem 4. Dan werden auch Koryu-Kata vorgeführt. Für die K.O.-Runde stehen dem Wettkämpfer 6 Minuten zur Verfügung, was mehr Zeit für Zanshin und Rhythmus erlaubt.

Die Zeit wird von anderer Seite überwacht. Ist einer oder beide Wettkämpfer über der Zeit, wird das den Wettkampfrichtern durch die gelbe Flagge des Zeitnehmers signalisiert.

Ebenso wie bei einem vollständigen Übertreten der Umrandung ruft der Wettkampfleiter in diesem Falle „Gogi“, was eine kurze Beratung der 3 Kampfrichter einleitet. Der Sieg geht dann einstimmig an den Wettkämpfer, der unter der Zeit blieb bzw. nicht übertreten hat. Haben beide diesen Fehler gemacht, wird nach Technik abgestimmt.

Unseren 3 Wettkämpfern passierte dies nicht, aber in den anderen Kämpfen kam es durchaus vor. Vor allem das Zeitlimit im Pool-Kampf ist eng gesetzt.

Beim Einzel-Wettkampf muss man sich zunächst aus dem Pool „herauskämpfen“. Der Pool besteht in der Regel aus 3 Wettkämpfern, es können aber auch Vier oder Zwei sein, je nach Zahl der Anmeldungen. Es zählen die Anzahl der gewonnenen Kämpfe, bei Gleichstand die Anzahl der gewonnenen Fahnen. Weiter kommen der Erst- und Zweitplatzierte.

Nach den Pools erfolgt die K.O.-Runde. Kampf gewonnen bedeutet eine Runde weiter.

Vergeben wird innerhalb der Graduierung der erste Platz, der zweite Platz, zwei dritte Plätze und jeweils eine Auszeichnung für „Fighting Spirit“ – wer also einen besonderen Kampfgeist vermitteln konnte.

Für unseren Verein erreichte Michael Ziebis den zweiten Platz bei Mudan (Vizemeister), Gilvan den Fighting Spirit beim Shodan und ich den Fighting Spirit beim Nidan.

Es waren viele Wettkämpfer zu dieser Meisterschaft angetreten und das jeweilige Feld war „eng besetzt“. Hier wurde noch am Abschluss des Turniers eine neue Regel für die Zukunft bekannt gegeben. Sie vermeidet, dass Wettkämpfer zu häufig in ihrer Kategorie antreten und so zum Beispiel kein „alter“ Sandan, der lange keine Prüfung zum Yondan macht, auf einen „neuen“ Sandan trifft. Diese Regelung gibt es bereits bei der Europäischen Meisterschaft. Genaueres wird bekannt gegeben.

Der erste Tag gehörte komplett den Einzelwettkämpfen in fast allen Kategorien.

Nach den Wettkämpfen ging es zusammen in ein Traditionsbrauhaus in Augsburg, wo man ausgiebig anstoßen, feiern und die Wunden lecken konnte.

Der zweite Tag begann um 9 Uhr mit den Einzelwettkämpfen der höheren Graduierungen. Sehr lehrreich und interessant zum Zusehen und zum Prüfen, wie das eigene Urteil mit dem der Wettkampfrichter übereinstimmt. Es ist wichtig, das Auge gut zu üben; denn das hilft, auch auf eigene Fehler aufmerksam zu werden.

 

Drei Teilnehmer – vier Auszeichnungen

 

 

TEAMWETTKAMPF

Kurz vor 12 Uhr war die Zeit der Teamwettkämpfe.

Es waren 12 Teams aus Deutschland gemeldet. Der jeweilige Landesverband nominiert die Mitglieder im Vorfeld.

Ein Team besteht in der Regel aus 3 oder 4 Iaidoka. Die Regelung für die Teilnahme besagt, dass pro Team max. 8 Dan Grade pro Kampf antreten. Also z.B. in unserem Fall 2 x 2. Dan und 1 x 4. Dan = 8.

Andere Kombinationen z.B. 1. Dan, 2. Dan und 5. Dan = 8.

Ebenso wie im Einzelkampf gibt es hier den Poolkampf, in dem sich 2 aus 3 Teams für die K.O.-Runde qualifizieren. Danach wieder sofortiges Ausscheiden des unterlegenen Teams.

Interessant ist, dass die Positionen jeweils neu besetzt werden können. In unserem Team hatten wir 4 Wettkämpfer: 3 Nidan und einen Yondan. So konnten wir auch einmal umbesetzen. Man versucht dann, die eigene Aufstellung zur Aufstellung des gegnerischen Teams zu optimieren – das ist bereits eine Frage der Strategie (Hyoho/Heiho). Allerdings muss die Aufstellung vor jedem Kampf geheim dem Wettkampfreferat mitgeteilt werden. Was das Ganze doch eher zum Glückspiel macht.

Persönlich konnte ich in allen 6 Kämpfen antreten, auf zwei der drei unterschiedlichen Positionen (senpo, chuken, taisho).

Unser Team konnte sich weit nach vorne kämpfen, auch durch die kluge Aufstellungswahl unseres Teamleiters Markus Ewinger (Yondan, Eishin Ryu  Augsburg). So erreichten wir schließlich den Titel des Vizemeisters im Teamwettbewerb.

 

Das Team Bayern B

 

Insgesamt gesehen war unser Dojo – als Anfänger im ZNKR – sehr erfolgreich. Für alle Wettkämpfer sicher ein Auf und Ab der Gefühle, viele Eindrücke und Erkenntnisse und auch der Stolz, eine solche Herausforderung angenommen zu haben. Es ist schon wichtig, aus dem Wohlfühlbereich des Dojo herauszutreten und sich mutig zu stellen. Wir müssen glücklicherweise unsere Schwertkunst nicht gegen andere Menschen anwenden – es ist daher wichtig, andere Herausforderungen in diesem Bereich zu suchen und zu bestehen.

Es ist aber auch gut, dass wir mit der Hontai Yoshin Ryu eine Kunst üben, in der uns ein realer Partner/Tekki gegenübersteht. Wir müssen auf dessen Verhalten reagieren bzw. versuchen, sein Verhalten zu lenken. Das ist mit einem „Kaso-Tekki“ (imaginären Gegner) nicht möglich. Das ist auch der Grund, dass in der ZNKR (alljapanische Kendo Vereinigung) das Erlernen des Stockkampfes (Jodo) oder sportlichen Schwertfechtens (Kendo) sehr empfohlen wird.

Fleißig üben – und feiern!

Iaido-Vorbereitung – Deutsche Meisterschaften

Sonntagstraining für unsere Teilnehmer bei den Deutschen Iaido-Meisterschaften 2023 in der kommenden Woche.

von links: Gilvan Barroso, Michael Wagner, Michael Ziebis

Iaido-Lehrgang mit Rene von Amersfoort kyoshi am 11. und 12. Februar 2023 in Essen

Das nächste Highlight nach dem Landeslehrgang in Bamberg und natürlich dem Koryu-Keikokai in Verona war ein Lehrgang mit Rene van Amersfoort kyoshi, der vom Syubukan in Essen organisiert wurde.

Dinah Kretschmer und ich scheuten die recht lange Anfahrt in die Ruhrpott-Metropole Essen nicht und konnten dort ein äußerst lehrreiches und lohnendes Wochenende verbringen.

Das Keiko begann am Samstag um 10 Uhr mit einem von Melike Bayram (DiaiB-Bundestrainerin) angeleitetem Taiso. Rene sensei erläuterte danach, wie wichtig es ist, zumindest einige Dehn- und Kräftigungsübungen dem Waffentraining voran zu stellen – auch in der normalen Wochenstunde.

Eine oft vernachlässigte, aber entscheidende Technik ist das Greifen des Tsuka. So folgten im Anschluss an das Aufwärmen diverse Übungen zum entspannten Halten des Schwertgriffes. Weich – Fest – Weich – das fließende Handhaben des Griffes je nach Anforderung ist essenziell für einen guten Schnitt und ein korrektes Furikaburi. „Duck without bones“. Ein Schnitt sollte fließend von einem Anfangspunkt zum nächsten Endpunkt ausgeführt werden, ohne Stoppen bzw. dem starken Greifen des Tsuka mit der linken Hand, der zu einer Unterbrechung des Flusses führt – „Catch is Cut“. Und: monouchi schneidet… natürlich.

Um dies zu üben, führten wir viele verschiedene Techniken aus – in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Im Dojo zuhause gilt es das zu vertiefen.

Nach diesen unerlässlichen Vorübungen begaben wir uns mit diesen Erkenntnissen in die Praxis der ZNKR Kata, was den Rest des Samstags und einen Großteil des Sonntags einnahm.

Mit Unterstützung und am Beispiel der angereisten „High-Grades“, die sich teilweise derzeit auf Prüfungen vorbereiten, erläuterte Rene sensei die wichtigen Punkte der einzelnen Kata – weit über die in dem Leitfaden genannten Chakuganten hinaus.

Ein besonderes Augenmerk richtet Rene sensei hier auf die fließende und entspannte Ausführung der Technik – für alle immer wieder eine große Herausforderung – ganz egal ob mudan oder nanadan.

Den Körper wahrnehmen – spüren, korrigieren, neu üben, wirklich verstehen, entspannen, neu üben… wie sind deine Beine beim/nach dem Schnitt? Stehst du entspannt-stabil? Natürliches Bewegen…

Immer wieder: Augen – Füße – Schwert. Beachte die Reihenfolge und doch fließend. Kein Sudden-Iaido-Death: Schwert über dem Kopf, wenn die Füße gleichauf sind. Welche Schrittlänge ist wo ideal? Jo-Ha-Kyu… Timing, Rhythmus. Auch im Noto, 1 – 2- 0,5.

Wo hörst du den „Ton“ des Schwertes? Noch vor dem Hals des kaso teki oder exakt im Schnittfeld? Setzt du die Saya richtig ein, korrektes Sayabiki/Sayabanare beim Erreichen des Yokote, kein „Klappern“ des Schwertes am Holz?

Wie entsteht zum Beispiel in Sanpo Giri wirklich „seme“ im kaso teki?

Viele hilfreiche Bilder und Imagination wurden hierzu vermittelt.

Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Enbu, nach Graduierung aufgeteilt. Jeder der Teilnehmer bemühte sich fleißig, das Gesehene so gut wie möglich umzusetzen und nicht „den alten Stiefel“ weiterzuüben.

„Unterbrochen“ wurde das Üben durch ein schönes Abendessen bei einem Japaner im Zentrum von Essen. Wir hatten Zeit mitgebracht, was bei dem etwas aufwändigen Bestellsystem dort gut war.

Der zweite Tag nahm nach dem Taiso den Faden des Samstags wieder auf – die restlichen der 12 ZNKR-Techniken füllten einen Großteil der Zeit.

Dinah und ich übten schließlich, fast zum ersten Mal, die Shoden-Kata der Muso Shinden Ryu, die Gruppe wurde nach Kenntnisstand für die letzten 1,5 Stunden aufgeteilt. Hier war unser Lehrer Peter Röder sensei, der „frisch-gebackene“ 7. Dan im deutschen Iaido-Bund.

Ein Lehrgang, der gezeigt hat, wie viel zu lernen und zu verstehen ist – ohne dass man das Gefühl hatte, verzweifeln zu müssen. Rene sensei erläuterte auch immer wieder, in welchem Level welche Prioritäten zu beachten sind. Das ist oft tröstlich, ohne den Anspruch des steten Wachsens und Verstehens zu vernachlässigen.

Einen herzlichen Dank auch an den Leiter der Schule Thomas Machoczek und sein Team, das für die Ausrichtung und die gute Verpflegung der Teilnehmer sorgte.

Kurzum: Wir kommen wieder.

Die folgenden Begriffe wurden von der Schülern unserer Schule nachgeschlagen und eingebracht:

Keikokai

Das Wort setzt sich zusammen aus Keiko (= Training) und Kai (= Zusammenkunft, Versammlung, Treffen) und meint ein Treffen von mehreren Personen zu einem gemeinsamen Training.

Kyoshi

ein Ehrentitel im Budo – die vier möglichen Ehrentitel werden bei entsprechender Eignung zusätzlich zum Dan-Graduierungssystem verliehen (Stufung Renshi, Kyoshi, Hanshi, Meijin). Es gibt allerdings auch andere Einteilungen.

Taiso

Körperübungen, auch Aufwärmgymnastik

Sensei

Lehrer (als respektvolle Anrede verwendet)

Tsuka

Der Griff des Schwertes

Furikaburi

Das Heben des Schwertes über den Kopf als Vorbereitung zum Schnitt

Monouchi

Der Teil einer Waffe, mit dem man schneidet oder (zum Beispiel im Fall eines Stocks) den Gegner trifft. Wörtlich „das Teil zum Schlagen“

ZNKR-Kata

Abfolge von formalen Übungen des Alljapanischen Kendo-Verbands (ZNKR). Es gibt diese für Kendo, Iaido, Jodo und Naginata. Im Iaido gibt es 12 Kata.

Chakuganten

Wichtige Punkte, auf die man bei etwas achtet (zum Beispiel zentrale Punkte einer Kata), im ZNKR auch prüfungsrelevante Details

Mudan

wörtlich „ohne DAN“, also in der Vorbereitungszeit zur ersten Dan-Stufe. Diese Zeit variiert stark nach Komplexität des Systems, Vorkenntnissen u.a.

Nanadan

7. Dan

Sudden-Iaido-Death

Vorwärtsbewegung des Körpers ohne das Schwert zum Schnitt zu bewegen, die dem Gegner einfache Gelegenheit zum Konter bietet. Der Begriff ist ist nicht „offiziell“ gebraucht.

Jo-Ha-Kyu

Ein Bewegungskonzept, das meint, dass Handlungen langsam beginnen, sich beschleunigen und schnell enden, also Langsam-Mittel-Schnell. Das Konzept ist häufig in den Iaido-Kata zu finden.

Kaso Teki

der imaginäre Gegner. Das Konzept, dass man sich einen imaginären Gegner vorstellt, damit man in der Kata keine inhaltsleeren Bewegungen ausführt, sondern auf die Aktionen und Bewegungen des vorgestellten Gegners reagiert (es können auch mehrere Gegner sein).

Saya

Die Schwertscheide

Sayabiki

Zurückziehen der Schwertscheide (Saya) beim Ziehen des Schwertes

Sayabanare

Verlassen der Schwertspitze (Kissaki) aus der Schwertscheide (Saya)

Yokote

Grat am Übergang der Klinge zur Klingenspitze

Seme

Druck auf den Angreifer ausüben

Enbu

Vorführung

Shoden-Kata

Shoden ist die Lehrlizenz der ersten Stufe, Es folgen Chuden, Okuden und Menkyo Kaiden (in der Hontai Yoshin Ryu). Shoden-Kata meint Techniken aus der ersten Stufe

Muso Shinden Ryu

Schwertschule / Iaido Stilrichtung

Iaido Training

In diesem Iaido-Training beschäftigen wir uns sowohl mit Koryu als auch ZNKR Iaido: Nach dem Kihon Waza trainierten wir Hontai Yoshin Ryu Iaijutsu Omote no kata, Tachi Waza für Anfänger (die ersten beiden Techniken) und I Waza (Suwari) für Fortgeschrittene: Mae, Uen, Saen.

Die Übenden der ZNKR Iaido-Gruppe widmen sich in der anschließenden Stunde weiter den Details der Kata 7-10.
Wir müssen fleißig trainieren – drei von uns werden demnächst an den Deutschen Meisterschaften im Iaido teilnehmen. Als echtes „Anfänger-Dojo“ in ZNKR Iai. Ganbatte – wir wachsen mit der Herausforderung!